Einbürgerung

27.649 Menschen in Nordrhein-Westfalen haben sich im Jahr 2018 einbürgern lassen – jedes Mal eine Erfolgsgeschichte! Diese Menschen kommen aus 151 Nationen und haben nun den deutschen Pass mit allen staatsbürgerlichen Rechten und auch Pflichten. Wir möchten noch mehr Menschen, die die Voraussetzungen für eine Einbürgerung erfüllen, ermutigen, die deutsche Staatsangehörigkeit anzunehmen: Von den insgesamt 2.648.600 Personen in NRW mit ausschließlich ausländischer Staatsangehörigkeit lebt gut jede zweite bereits seit mindestens acht Jahren hier. Damit ist die für eine Einbürgerung notwendige Aufenthaltsdauer erreicht. Diese Menschen möchten wir gerne dafür gewinnen, sich einbürgern zu lassen, damit sie ihre staatsbürgerlichen Rechte uneingeschränkt wahrnehmen können. Dazu gehört zum Beispiel das Wahlrecht.

#IchDuWIrNRW - Ich möchte mich einbürgern lassen, damit ich eine Chance habe, zu wählen.
„Ich möchte mich einbürgern lassen, damit ich eine Chance habe, zu wählen.“

Voraussetzungen

Die rechtlichen Rahmenbedingungen finden Sie im Staatsangehörigkeitsgesetz. Zu den wichtigsten Voraussetzungen gehört der Mindestaufenthalt von in der Regel acht Jahren mit einem gesicherten Aufenthaltsstatus, die Klärung Ihrer Identität, Ihre Einordnung in die deutschen Lebensverhältnisse, die Sicherung Ihres Lebensunterhalts, ausreichende Sprachkenntnisse, Straffreiheit, Ihr Bekenntnis zur freiheitlich demokratischen Grundordnung und die Abgabe ihrer bisherigen Staatsangehörigkeit. Davon gibt es jedoch viele Ausnahmen, zum Beispiel verkürzt sich der Mindestaufenthalt von acht Jahren in Deutschland auf sechs Jahre, wenn besondere Integrationsleistungen vorliegen. Zusätzliche Ausnahmen gibt es für Einbürgerungen im Zusammenhang mit Einbürgerungen des Ehegatten, mit Einbürgerungen von Kindern und für Ältere. Wenn Ihre bisherige Staatsangehörigkeit die eines EU-Staates ist oder aus den Staaten Argentinien, Bolivien, Costa Rica, Ecuador, Guatemala, Honduras, Mexiko, Nicaragua, Panama und Uruguay, Brasilien, Dominikanische Republik, Afghanistan, Algerien, Angola, Eritrea, Iran, Kuba, Libanon, Malediven, Marokko, Nigeria, Syrien, Thailand und Tunesien stammt, können Sie in der Regel Ihre bisherige Staatsangehörigkeit behalten.

Möglichkeiten

Informieren Sie sich bei Ihrer örtlich zuständigen Einbürgerungsbehörde, ob Sie für die deutsche Staatsangehörigkeit die notwendigen Voraussetzungen mitbringen. Schauen Sie, was unsere Integrationsvorbilder zum Thema Einbürgerung sagen. Eine Einbürgerung, das heißt Ihre Entscheidung für die deutsche Staatsangehörigkeit, führt nicht dazu, dass Sie Ihre persönliche Identität und Geschichte aufgeben müssen. Vielfalt ist in Nordrhein-Westfalen ausdrücklich willkommen.

Chancen

Mit der Annahme der deutschen Staatsangehörigkeit erhalten Sie alle staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten. Das wichtigste ist Ihr Recht, bei kommunalen Wahlen, der Wahl des Landtags und der Bundestagswahl mitzumachen. So können auch Sie bestimmen, wie die Zukunft in Nordrhein-Westfalen gestaltet wird.

An wen wende ich mich, wenn ich mich einbürgern lassen will?

Bitte wenden Sie sich an Ihre örtlich zuständige Einbürgerungsbehörde. Die Kontaktdaten können Sie über den Zuständigkeitsfinder erhalten.

Welche Unterlagen benötige ich für die Einbürgerung?

Die zuständigen Einbürgerungsbehörden halten Antragsformulare bereit, die Sie benutzen sollten. Damit erleichtern Sie der Behörde eine schnelle Entscheidung. Bevor Sie den Antrag abgeben, sollten Sie in der Behörde ein Beratungsgespräch führen. Dabei erfahren Sie, welche Unterlagen Sie brauchen. So sparen Sie Zeit und unnötige Rückfragen.

Sie können den Antrag auch hier downloaden.

Wie läuft die Einbürgerung ab?

  1. Zuerst müssen Sie einen Antrag auf Einbürgerung stellen. Antragsformulare und ein Merkblatt bekommen Sie von Ihrer Einbürgerungsbehörde. Das Antragsformular müssen Sie ausfüllen und zusammen mit den erforderlichen Unterlagen bei der Einbürgerungsbehörde abgeben. Wer das 16. Lebensjahr vollendet hat, kann den Antrag selbst stellen.
  2. Wenn die Behörde Ihrem Antrag zustimmt, erhalten Sie zunächst eine schriftliche Einbürgerungszusicherung.
  3. Anschließend können Sie sich um die Entlassung aus Ihrer bisherigen Staatsangehörigkeit bemühen. Wenn Ihre bisherige Staatsangehörigkeit die eines EU-Staates ist oder aus den Staaten Argentinien, Bolivien, Costa Rica, Ecuador, Guatemala, Honduras, Mexiko, Nicaragua, Panama und Uruguay, Brasilien, Dominikanische Republik, Afghanistan, Algerien, Angola, Eritrea, Iran, Kuba, Libanon, Malediven, Marokko, Nigeria, Syrien, Thailand und Tunesien stammt, können Sie in der Regel Ihre bisherige Staatsangehörigkeit behalten.
  4. Nachdem Sie aus Ihrer bisherigen Staatsangehörigkeit entlassen worden sind, erhalten Sie Ihre Einbürgerungsurkunde und damit die deutsche Staatsangehörigkeit.
  5. Mit Ihrer Einbürgerungsurkunde können Sie bei Ihrem Einwohnermeldeamt Ihren deutschen Pass beantragen.

Es kommen Kosten für die Annahme der deutschen Staatsangehörigkeit in Höhe von 255 Euro auf Sie zu. Weitere Kosten können durch die Abgabe Ihrer bisherigen Staatsangehörigkeit entstehen.

Wie gut muss ich deutsch können, um eingebürgert zu werden?

Nur wenn Sie sich in deutscher Sprache verständigen können, können Sie sich sozial und wirtschaftlich integrieren. Außerdem können Sie so viel leichter einen Arbeitsplatz bekommen. Deshalb müssen Sie „ausreichende” Kenntnisse der deutschen Sprache besitzen.

Ausreichende Kenntnisse haben Sie, wenn Sie die Anforderungen der Sprachprüfung zum Zertifikat „Deutsch” in mündlicher und schriftlicher Form erfüllen. Das ist das Sprachniveau B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen.

Kinder, die zum Zeitpunkt der Einbürgerung das 16. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, müssen über altersgemäße Sprachkenntnisse verfügen.

Für Menschen, die altersbedingt oder krankheitsbedingt die deutsche Sprache nicht mehr lernen können, gibt es weitere Ausnahmen. Weitere Einzelheiten zum Nachweis der deutschen Sprachkenntnisse erfahren Sie bei der Einbürgerungsbehörde, die für Sie zuständig ist.

Was ist der Einbürgerungstest und wie kann ich mich vorbereiten?

Wenn Sie eingebürgert werden wollen, müssen Sie Ihre „Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung und der Lebensverhältnisse in Deutschland“ nachweisen. Davon befreit sind alle, die noch keine 16 Jahre alt sind. Befreit davon sind aber auch Personen, die aufgrund Krankheit, Behinderung oder altersbedingt beeinträchtigt sind.

Ein deutscher Abschluss an einer allgemeinbildenden Schule (Hauptschule oder höherer Abschluss) genügt als Nachweis. Ansonsten müssen Sie einen Einbürgerungstest machen. Nähere Beratung und Information erhalten Sie bei Ihrer Einbürgerungsbehörde. Gesamtkatalog der für den Einbürgerungstest zugelassenen Prüfungsfragen (Anlage 1 EinbTestV)

Mit folgendem Informationsmaterial können Sie sich auf den Einbürgerungstest vorbereiten:

Informationsmaterial zu den Themen für den Einbürgerungstest auf den Seiten des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge

Zur Vorbereitung können Sie aber auch spezielle Einbürgerungskurse mit Dozenten und anderen Kursteilnehmern besuchen. Wenn Sie bereits lange in Deutschland leben, können Sie auch an Integrationskursen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge teilnehmen. Hier können Sie ihre Kenntnisse der deutschen Sprache auf das Sprachniveau B1 bringen und zugleich Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung und der Lebensverhältnisse in Deutschland erwerben.

Antworten auf Fragen zum Bereich „Integrationskurse”

Wenn Sie bereits an einem Integrationskurs teilgenommen haben, brauchen Sie vor dem Einbürgerungstest keine Scheu zu haben. Weitere Auskünfte erteilt Ihre Einbürgerungsbehörde. Hier erfahren Sie, ob Sie persönlich die zeitlichen und sonstigen Voraussetzungen für eine Einbürgerung erfüllen. Außerdem nennt Ihnen die Einbürgerungsbehörde auch wohnortnahe Stellen, wo Sie den Einbürgerungstest machen können.

Ein bestandener Einbürgerungstest ersetzt jedoch nicht den Nachweis ausreichender deutscher Sprachkenntnisse auf dem Niveau B1 des Europäischen Referenzrahmens für Sprachen. Dieser Nachweis ist für die Einbürgerung ebenfalls erforderlich.

Weitere Informationen zum Thema Einbürgerung

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